Regensburger Triumpf beim Globus Steinberger See Triathlon

Ralf Preissl und Marina Knorr siegen bei der Erstauflage – Amberger Rouven Oeckl und Norbert Huber im Pech

Steinberg am See. „Triathlon total“ lautete das Motto am vergangenen Sonntag am Steinberger See bei Schwandorf. Bei der Erstauflage des Globus Steinberger See Triathlons, SST, standen neben den beiden Großveranstaltungen über die Mitteldistanz über zwei Kilometer Schwimmen, 73 Kilometer Radfahren und zwanzig Kilometer Laufen und der bayerischen Meisterschaft über die olympische Distanz noch ein Volkstriathlon, Staffelwettbewerbe über Kurz- und Mitteldistanz sowie Schüler- und Jugendwettbewerbe auf dem Programm. Insgesamt wurden die Erwartungen des Veranstalters Sven hindl von „Wechselszene“ mit rund 500 Teilnehmern deutlich übertroffen. Und auch der Wettergott hatte für die Erstauflage das Möglichste getan. Neben einem kurzen Schauer hielt das Wetter bis der letzte Teilnehmer im Ziel war – dann erst öffnete der Himmel seine Schleusen.

Impressionen von der Strecke | © Dejan ToloWegen des schlechten Wetters der vergangenen Tage war die Wassertemperatur im Steinberger See auf 18,4 Grad gesunken, so dass der wärmende Neoprenanzug an diesem Tag zu den wertvollsten Utensilien gehörte. Im Wettkampf um die bayerische Meisterschaft wurde der Topfavorit Wolfgang Teuchner aus Windach seiner Rolle gerecht. Schon beim Schwimmen hatte er überraschend Kontakt zu den Führenden und traditionell lässt Teuchner auf dem Rad der Konkurrenz keine Chance. So auch am Sonntag. In 54:27 Minuten hämmerte er die 37 Kilometer zwischen Steinberger und Murner See und brachte einen satten Vorsprung von zwei Minuten mit zum zweiten Wechsel. Beim abschließenden 10-Kilometer-Lauf reichte ihm dann die fünftschnellste Zeit um nach 1:54:05 Stunden als neuer bayerischer Meister auf der Kurzstrecke die Ziellinie zu überqueren. Zweiter wurde Florian Stelzle aus Landau. Und, trotz eines Sturzes auf der Radstrecke stellte der Amberger Rouven Oeckl erneut seine derzeitige Topverfassung unter Beweis und sicherte sich noch die Bronze-Medaille.

Zu mehreren Führungswechseln kam es dagegen beim Rennen der Damen. Schnellste Schwimmerin war Anna-Lena Schlott aus Ostheim, fiel aber auf dem Rad deutlich zurück. Hier setzte Lisa Forstner vom TV Erlangen die Akzente. Mit der fantastischen Radzeit von 1:01:17 konnte sie ihren viereinhalbminütigen Rückstand vom Schwimmen nicht nur aufholen sondern in einen deutlichen Vorsprung umwandeln. Doch auch dies sollte nicht zum Sieg reichen. Denn Stefanie Metner aus Friedberg konnte Forstner mit Tagesbestzeit beim Laufen noch kurz vor dem Ziel überholen und siegte in 2:14:01 Stunden 22 Sekunden vor Forstner. Dritte wurde Anna-Lena Schlott, die mit dem zweitschnellsten Laufsplit ihre schwache Radleistung wieder ausmerzen konnte.

Vierzig Minuten Später starteten dann die rund 150 Teilnehmer über die Mitteldistanz. Bei den Damen diktierte zunächst Heike Funk aus Unterwössen das Geschehen. Nach 30:27 Minuten stieg sie auf das Rad und war damit nicht nur erste Frau, sondern sogar noch vor dem ersten männlichen Kollegen. Acht Sekunden später war es Garvin Krug vom Weltenburger Alkoholfrei Team CIS Amberg, der dann bald in den Genuss kam, dem Führungsfahrzeug zu folgen. Bei den Frauen jedoch behauptete Funk lange die Führung. Jedoch schob sich die gut eine Minute später dem Wasser entstiegene Marina Knorr aus Regensburg immer näher an Funk heran und konnte kurz vor dem 2. Wechsel auch aufschließen. Knorr lief dann mit 1:29:41 Stunden die schnellste Zeit über die abschließenden zwanzig Kilometer und baute damit ihren Vorsprung auf Funk kontinuierlich aus. Bei 4:03:44 Stunden blieb dann die Uhr für Knorr stehen. Knapp drei Minuten später folgte Heike Funk ins Ziel. Einen niemals gefährdeten dritten Platz erreichte Susanne Buckelei aus Roth.

Ralf Preissl im Ziel | © Dejan ToloBei den Herren dominierten drei Regensburger das Geschehen. Bald nach dem Wechsel übernahm Elmar Daubenmerkl die Führung gefolgt vom Duo Ralf Preissl und Steffen Sachs. Norbert Huber, der als Fünfzehnter das Rad bestieg, konnte lange Zeit auf Tuchfühlung folgen und hatte sich auf dem vierten Platz festgesetzt. Nach 60 Kilometern beendete ein Platten aber die Träume von der ganz vorderen Platzierung. Mit 1:48:55 Stunden fuhr Daubenmerkl die schnellste Zeit über die 73 Kilometer. Er wechselte eine Minute vor Preissl in die Laufschuhe, dessen absolute Stärke jetzt noch kommen sollte. Huber war dagegen auf den 14. Platz zurückgefallen. Ralf Preissl kompensierte den Rückstand sehr schnell und musste auf dem Schlussabschnitt zu keiner Zeit an seine Leistungsgrenzen gehen. Mit der schnellsten Laufzeit von 1:15:04 erreichte er nach beeindruckenden 3:38:25 Stunden als Sieger das Ziel. Vier Minuten später folgte Steffen Sachs, der kurz vor dem „Finish“ noch Daubenmerkl überholen konnte, der dann Dritter wurde und den Regensburger Triumph komplettierte. Mit der zweitschnellsten Laufzeit setzte sich Garvin Krug wieder in Szene. Der für den CIS Amberg startende 27-Jährige aus Bernau „finishte“ als Vierter. Auch Pechvogel Huber zeigte eine starke Laufleistung und konnte noch bis auf den 8. Platz nach vorne laufen.

Bei den Staffeln siegte auf der Mitteldistanz ein Team des CIS Amberg mit Matthias Völz, Jochen Wehera und Heinzer Zickl in 3:50:37 Stunden. Auf der Kurzstrecke war die RSG Vilstal mit Marco Fauchner, Georg Pfundtner und Anton Lautenschlager in 1:51:09 Stunden siegreich. Sie waren damit auch schneller als der Sieger der Einzelstarter was auf der Staffel auf der Mitteldistanz nicht gelang. Beim Volkstriathlon setzte sich bei den Damen Annett Baudis vom SC Artelshofen erst kurz vor dem Ziel an die Spitze und gewann in 1:07:50 Stunden. Dagegen behauptete Thomas Stadler aus Kelheim bei den Herren das ganze Rennen über einen knappen Vorsprung und siegte in 56:47 Minuten.

Die Siegerehrung übernahmen dann im strömenden Regen Landrat Liedtke, der Bürgermeister von Steinberg am See, Scharf, und der stellvertretende Geschäftsführer von Globus, Hornung. Liedtke sagte, er träume schon seit zehn Jahren von einem Triathlon am Steinberger See Aber als Fußballer hätte er nicht das Know How gehabt, die Idee in die Tat umzusetzen. Organisator Sven Hindl hätte deshalb bei ihm offene Türen eingerannt. Bereits jetzt träumt der SPD-Politiker von einer „zweiten, dritten, fünften oder fünfzehnten Auflage“ der Veranstaltung. Für den Steinberger See gilt auf alle Fälle, dass die Veranstaltung Potential hat, zu einer der ganz Großen zu werden. Hindl und sein Team werden „Kinderkrankheiten“ abstellen, damit Landrat Liedtke weiter „träumen“ darf.

Die Ergebnisse zum Steinberger See Triathlon 2008 finden sie hier.

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